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Was fehlt, wenn Gott fehlt?

Schattierungen des Atheismus Das heutzutage Gott nicht mehr gedacht werden muss, wird meistens mit Statements des radikalen Atheismus belegt. Mildere Formen finden sich bei Autoren, die nicht an Gott glauben, aber diesen Glauben an sich vermissen, so z.B. James Barn in seinem Buch “Nichts, was man fürchten muss”. Oder auch Martin Walser, ähnlich Habermas fasst er Religion auf als ein Wachhalten des Bewusstseins für etwas, was fehlt. Eine dritte Position wird immer Bonhoeffer zugerechnet, der betont, dass der Mensch der Moderne gelernt hat, ohne den Glauben an ein Eingreifen Gottes auszukommen, letztlich dann ohne den Glauben an einen Gott. Ich möchte diese Ausprägungen als radikalen, milden und impliziten Atheismus bezeichnen. Der Argumentation des radikalen Atheismus hat die Theologie nichts entgegenzusetzen, da sie letztlich Gott nicht als ontologisches Subjekt definieren und verstehen kann, sondern von der Unverfügbarkeit Gottes auszugehen hat. “Ich bin, der ich bin” - diese Selbsta
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Der fremde Christus - ein E-Book mit Musik #Christus #Jesus #Religion

   "Der fremde Christus"  heißt ein E-Book, das demnächst über mich bezogen werden kann. Die inhaltlichen Schwerpunkte beziehen sich auf meine Predigt zu meiner Verabschiedung. Und es ist mit Links zu meditativen Musikstücken versehen. Vorbestellungen über  an@norbert-ammermann.de In Stichworten, um was es geht: Evangelium Matthäus 16: Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? 14 Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. 15 Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!  Zur Entpflichtung heute möchte ich uns einladen, einen kleinen Schnellkurs über Jesus Christus einzulegen. Mitnehmen möchte ich uns heute auf eine kleine Reise zu dem fremden Christus, wie ich ihn nenne. Der uns fremde Christus. 

Luther nagelt die Thesen

  Noch immer wird im KU die Geschichte verbreitet, Luther habe seine Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt. Das galt lange Zeit als "Mär", ist aber nun kirchengeschichtlich wieder wahrscheinlicher als historisches Ereignis geworden.  Zuvor waren die Thesen lange im schon im Umlauf. Aber warum nur wird so viel Wert auf diesen Akt des "Annagelns" gelegt, gerade auch im KU? Vielleicht als Analogie zur modernen Form des Twitterns. Zustimmung, Streit und Empörung blieben auch damals nicht aus, ähnlich wie gegenwärtig zahlreicher Twitter für Aufregung sorgen. Doch der Streit blieb damals Gelehrenstreit. Das Volk hatte andere Sorgen. Nachdenklich macht mich, dass bis heute bestimmte Klischees vom Papstamt erhalten geblieben sind und auf diese Weise weiter Vorstellungen tradiert werden, die mit dem Papsttum von heute nichts mehr zu tun haben.  Katechetisch ist viel zu bedenken. Von der theologischen Frage angefangen: Kann Luther überhaupt noc

Pazifismus

Mir erging es anders als Herrn Hoeffchen: In meinem Anerkennungsverfahren als Zivildienstleistender fragte mich der Vositzende, was ich tun würde, wenn der Feind auf einen meiner Angehörigen zielt und ich eine Waffe in der Hand hätte. Anstatt die Frage zu problematisieren erwiderte ich: "Ich würde anlegen und zuerst schießen". Darauf riss der Beisitzer die Augen auf und meinte, so eine ehrliche Antwort habe er noch nie bekommen. Er erkenne mich an, da ich keinen Affen vorführe. - Wow! - Frieden schaffen ohne Waffen bleibt Aufgabe von uns Christen. Es handelt sich um einen politischen Auftrag, um eine langfristig angelegte Weltveränderung. Dreihundert Jahre mag es noch dauern, bis auch China schließlich zur Abrüstung schreitet (weitaus gefährlicher als Russland). Aber das Reich Gottes verwirklicht sich nicht in Sekunden. Mit Gorbatschow hatte sich ein einzigartiges Zeitfenster für uns Deutsche geöffnet. Die Vision, die sich uns zeigte, verdient fortgeführt zu werde

Kirchenmitglieder werden zur Minderheit

Nun ist es soweit. Kirchenmitglieder in der Minderheit. Und Müller liegt auf dem Rasen. Oh je. oh weh? Die kleinste Minderheit in der Geschichte der Christenheit waren die Jüngerinnen und Jünger, die mit Jesus durch Palästina zogen und deren Welt zu Ostern Kopf stand. Also heißt das für uns Christen: Back to the roots - zurück zu den Wurzeln. Eine Chance liegt darin für uns. Und wir sind Minderheit in einem Staat, in dem die Religionen volle Rechte genießen und demokratische Pflichten haben. Komfortabler geht es kaum. Wenn die Zeit des christlichen Abendlandes mit allem Glanz und elend zu Ende geht, umso mehr kann dann das wieder hervorleuchten, was wir als Botschaft, als Glanz des Evangeliums begreifen. Ganz in diesem Sinne: Gesegnete Ostern! https://twitter.com/rockToamna/status/1514146233920667648?t=WTd3XDhwARSxqujDktyo4g&s=19

Besinnung zu Ostern

Wurde Jesus auferweckt oder ist er auferstanden? Manchmal heißt es, Jesus sei von Gott „auferweckt“ worden, so dass er nichts tat. Manchmal liest man, er sei „auferstanden“, also aus eigener Kraft. Was ist richtig? Erst einmal: mich beschäftigte diese Osterzeit tatsächlich diese Frage, die vielleicht etwas fremd daher kommt. Auferstanden - Auferweckt - was soll das für einen Unterschied machen? Ich bemerke bei mir nur ein steigendes Unbehagen, wie schnell und manchmal klischeehaft mit der Auferstehung Jesu umgegangen wird. Wie schnell aus den Berichten vom leeren Grab der Evangelien und der Erscheinungen des Herrn heutzutage doch rasch "Spukgeschichten" werden und von den Gottesdienstteilnehmenden erwartet wird, das irgendwie für den eigenen Glauben schon adaptieren zu können. Mir fällt es zur Zeit leichter, von der Auferweckung Jesu zu sprechen. Wir bleiben dann nahe den jüdischen Wurzeln unseres Glaubens, nach dem es immer Gott, der Einzige, ist, der die Toten Gebeine mit n