EKD Betrachtung 1

Dass Bischof Stäblein sehr couragiert und entschieden christliche Existenz als politische Existenz versteht, muss man nicht erst mühsam heraus destillieren. Und er schreckt nicht davor zurück, die Funktionalisierung biblischer Sätze zum Machtmissbrauch zu brandmarken - so seine Stellungnahme zu den Kuppelinschriften des Berliner Humboldt-Forum

Der Spruch lautet unter anderem, "dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind". - den er als intoleranten Exklusivitätsanspruch bezeichnet, Das hat ihm sogar eine Amtsklage eingebracht (https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/05/humboldt-forum-landesbischof-christian-staeblein-kritik-am-kreuz.html)

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Deshalb weise ich ganz "wohlwollend" darauf hin, dass auch ihm manchmal ein paternalistisches Denken widerfährt, so wenn er die "Letzte Generation" mit "Kindern" vergleicht, die "nicht wissen, was sie tun". Denn erstens sind die "Kinder" Erwachsene, und oft nicht mehr junge Erwachsene, zweitens wissen sie natürlich, was sie tun, und drittens haben sie eine berechtigte Befürchtung, daß die Politik nicht mehr handlungsfähig ist, und spätestens eine handlungsunfähige Politik geht uns freilich alle an. Es geht denn nicht mehr um einen Dialog, weil eben die zeit der Dialoge fehlt. Was zählt, ist jeder Versuch, den CO2 Austoss zu reduzieren, und da muss sich auch die Kirche fragen lassen, wie es um Ihre Bemühungen steht: wo stehen Windräder auf kirchlichem Länderbesitz? Wo sind die Fotovoltaik-Anlagen auf Gemeindehausdächern? usw. usw. 

Für die Zukunft haben die "Kinder" das Sagen und nicht wir Altgewordenen.

https://www.evangelisch.de/inhalte/208136/11-11-2022/staeblein-appelliert-politiker-bischof-mahnt-zu-dialog-mit-letzter-generation

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